Programm

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Nachfolgend finden Sie das detaillierte Programm der Fachkonferenz. Unter dem Punkt Kurvitae finden Sie Informationen über die Referent*innen der Tagung.

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Tagungsort: Ka Eins | Ökohaus Frankfurt Kasseler Str. 1a | 60486 Frankfurt am Main
findet digital statt

09:00 Begrüßung und Einführung
Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Enrico Schleiff und Dr. Marianne Schmidbaur, geschäftsführende Direktorin des Cornelia Goethe Centrums sowie Prof. Dr. Mechthild Bereswill und Prof. Dr. Elisabeth Tuider (Kassel), Dr. Denise Bergold-Caldwell (Marburg), Prof. Dr. Greta Olson (Gießen), Prof. Dr. Tanja Paulitz (Darmstadt), Dr. Kerstin Wolff (Kassel)

09:30 Panel 1: Theorieansätze der Geschlechterforschung
Moderation: Tanja Paulitz und Marianne Schmidbaur
Julia König
: Von der Erziehung der Unzivilisierten. Postkoloniale Geschlechterdimensionen im Begriff der Zivilisation.
Jeanette Ehrmann: Postkoloniale Geschlechterverhältnisse und die Krise der Demokratie.
Tanja Scheiterbauer: Klimawandel, Entwicklung und Geschlecht – Zivilgesellschaftliche Aushandlungsprozesse in Tunesien und Marokko im Vergleich.

11:00 Panel 2: Gesellschaftlicher Wandel und Wandel in den Geschlechterverhältnissen
Moderation: Mechthild Bereswill und Elisabeth Tuider
Marion Näser-Lather: Diskriminierung und geschlechtsbasierte Gewalt im Hochschulkontext am Beispiel der Philipps-Universität Marburg.
Helke Dreier: Der Friedensdiskurs der west- und ostdeutschen Frauenorganisationen von 1945 bis 1955.
Juliane Lang und Marie Reusch: Weiblichkeitskonstruktionen und Vorstellungen von Mutterschaft bei Protagonistinnen der autoritären und extremen Rechten.

12:30 Mittagspause mit Poster Walk

13:30 Panel 3: Repräsentation und Performanz von Geschlecht
Moderation: Greta Olson
Ricarda Kramer und Martin Winter: Fleisch und Geschlecht. Konstruktionen von Geschlecht der Ernährung.
Sabine Stange: Sogar Weinen ist doch verboten! Konstruktion und Funktionalisierung von Geschlechterdifferenz in der hessischen Heimkampagne 1969.
Andreas Langenohl und Heike Greschke: Mediale Dimensionen der Herstellung und Repräsentation transnationaler Familien- und Versorgungsarrangements.

15:00 Panel 4: Geschlechterperspektiven in Natur und Technik
Moderation: Denise Bergold-Caldwell
Sigrid Schmitz
: Gender in MINT: zur Untrennbarkeit von Fachkulturen, Gleichstellung und intersektionalen For- schungsperspektiven.
Julia Elven: Studiengangskultur als Symbolische Ordnung. Doing Difference in MINT.
Claude Draude: Zur Aktualität der Geschlechterforschung in der Informatik.
Goda Klumbytė: Reconfiguring Computing Through Cyber- feminism and New Materialism.

16:30 Pause

17:00 Keynote
Ute Gerhard: 25 Jahre Forschungsschwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung – ein Grund zu feiern?

17:45 Pause

18:00 Podiumsdiskussion: Geschlechterforschung in Hessen – Stand und Perspektiven
Moderation: Sarah Elsuni
Ayse Asar
, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst; Mechthild Bereswill, Professorin an der Universität Kassel; Bettina Kleiner, Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt; Michaela Köttig, Professorin an der Frankfurt University of Applied Sciences und Martina Ritter, Professorin an der Hochschule Fulda

19:30 Ausklang und Networking

21:00 Ende

Freitag, 3. Dezember 2021

Tagungsort: Frankfurt University of Applied Sciences
Nibelungenplatz 1 | 60318 Frankfurt am Main Gebäude 4, Raum 111/112

findet digital statt

09:00 Begrüßung und Einführung
Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich und Prof. Dr. Lotte Rose, Fachliche Leitung des gFFZ.

09:30 Bestandsaufnahme zur Frauen- und Geschlechterforschung an hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Die hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften können auf eine lange Tradition der Frauen- und Genderforschung zurückblicken. In den vergangenen 25 (?) Jahren gab es zahlreiche Forschungsprojekte, die aus unterschiedlichen Disziplinen und mit einer Vielfalt an thematischen Schwerpunkten sowohl im Rahmen des Förderprogramms „Frauen- und Geschlechterforschung“ des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) als auch durch andere Mittelgeber realisiert wurden und zu einem Gewinn an Wissen und Erfahrung für die Theoriebildung und die praktische Arbeit beigetragen haben. Das Gender- und Frauenforschungszentrum (gFFZ) spielt dabei mit seiner Vernetzungsarbeit eine tragende Rolle. Anhand von zwei Vorträgen wollen wir diese Entwicklungen skizzieren und dabei sowohl über den hessischen Tellerrand hinausblicken und auch einen Blick in die Zukunft werfen, bevor in den einzelnen Panels thematische Forschungsschwerpunkte diskutiert werden.

Prof. Dr. Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences, Direktorin des gFFZ): Entwicklungslinien der Frauen- und Geschlechterforschung an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Hessen.

Prof. Dr. Clarissa Rudolph (Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg): Rückblicke, Einblicke, Ausblicke – Außenansichten der hessischen Frauen- und Geschlechterforschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

11:30 Mittagspause mit Poster Walk

12:15 Panel 5: Gewalt im Geschlechterverhältnis
Moderation und Panelleitung: Prof. Dr. habil. Regina-Maria Dackweiler und Prof. Dr. Reinhild Schäfer (Hochschule Rhein-Main, Wiesbaden, Fachbereich Sozialwesen).

Das Panel diskutiert Facetten des sozialen Problems der Gewalt im Geschlechterverhältnis. Ausgehend von zwei Impulsvorträgen zu laufenden drittmittelfinanzierten Praxisforschungsprojekten werden kontroverse Fragen und neue Konfliktkonstellationen in Forschung, Praxis und Politik skizziert und zur Diskussion gestellt. So die These der Geschlechtersymmetrie von Opfer- und Täterschaft in heterosexuellen Paarbeziehungen und die in Deutschland wiederholt in Frage gestellten Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf häusliche Gewalt. Unter Bezugnahme auf den Forschungsschwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung an HAWs des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst werden zum Abschluss sowohl bestehende Forschungslücken, künftige Fragestellungen und mögliche Kooperationen im Forschungsfeld als auch die Frage nach einer nachhaltigen Verankerung der Thematik in der Lehre diskutiert. 

Vorträge im Rahmen des Panels:
Prof. Dr. Regina-Maria Dackweiler und Prof. Dr. Reinihild Schäfer (Hochschule Rhein-Main, Wiesbaden): Transdisziplinäre Praxisforschung im Kampf gegen Häusliche Gewalt im ländlichen Raum – Erkenntniswege und Herausforderungen des Praxisforschungsprojekts „AusWege“.

Kathrin Schrader: Frauenhäuser und die Implementierung der Istanbul-Konvention – Herausforderungen in Hessen.

Panel 6: Gender in Technik, Planung und Design
Panelleitung: Dr. Margit Göttert (gFFZ, Frankfurt), Elsa Franz (Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen).
Moderation: Dr. Margit Göttert (gFFZ, Frankfurt University of Applied Sciences).

Das Panel diskutiert Genderfragen in Technik, Planung und Design. Dazu tragen zunächst Forschende aus den entsprechenden Disziplinen ihre Projekte und Fragestellungen vor. Im zweiten Teil diskutieren wir u.a. auch über die nach wie vor marginalisierte Rolle der Genderforschung in diesen Bereichen und geben Ausblicke auf künftige Fragestellungen und mögliche Kooperationen im Forschungsfeld. Dabei nehmen wir auch Bezug auf den Forschungsschwerpunkt des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Vorträge im Rahmen des Panels:
Dr. Elke Schüller
, Dr. Anna Voigt und Janina Hirth (gFFZ, Frankfurt University of Applied Sciences): MINT Projekte am gFFZ – eine Zusammenfassung.
Prof. Dr. Julia-Constance Dissel (Hochschule Darmstadt): Gender im Design – Forschungsfragen und Ergebnisse.
Anna Gering, Eva Legner und Annika Heinzelmann (Hochschule Rhein Main, Wiesbaden): Gender und Mobilität – Modellversuch zur Radverkehrsförderung bei jugendlichen Mädchen.

Panel 7: Thinking Leadership Beyond Boundaries
Panelleitung: Prof. Dr. Andrea Ruppert, Prof. Dr. Regine Graml, Prof. Dr. Martina Voigt, Prof. Dr. Veronika Kneip, Sarah Sorge (alle Frankfurt University of Applied Sciences, Institut für Mixed Leadership).
Moderation: Prof. Dr. Andrea Ruppert (Frankfurt University of Applied Sciences, Direktorin des Instituts für Mixed Leadership).

Aufbauend auf der seit 15 Jahren bestehenden Genderforschung in den Themenfeldern innovative Führung, Wandel der Führungskultur sowie Diversität als Erfolgsfaktor am Institut für Mixed Leadership der Frankfurt University of Applied Sciences gibt das Panel zunächst einen Überblick über die aktuellen Forschungen zu den Themen Führung und Gender und blickt zugleich auch über bestehende „Boundaries“ in der Forschung hinaus. Im Anschluss an den Fachvortrag diskutieren wir im Stil eines Worldcafés, welche Forschungsansätze es zu diesen Themen an anderen hessischen Hochschulen gibt, welche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sich daraus ergeben können und welche Themenfelder und Fragestellungen für die berufliche und politische Praxis relevant sind. Dabei nehmen wir auch Bezug auf den Forschungsschwerpunkt des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Vorträge im Rahmen des Panels:
Prof. Dr. Irma Rybnikova (Hochschule Hamm-Lippstadt): Überblick über den aktuellen Forschungsstand rund um die Themen Führung/ Gender/ Digitalisierung
Prof. Dr. Andrea Ruppert und Sarah Sorge (Institut Mixed Leadership, Frankfurt University of Applied Sciences): Vorstellung des Instituts und der Akademie Mixed Leadership

Worldcafé mit vier Tischen (alle organisiert vom Institut für Mixed Leadership):
Prof. Dr. Regine Graml: Thinking Leadership Beyond Boundaries.
Prof. Dr. Martina Voigt: Sichtbarkeit innovativer Gründerinnen.
Prof. Dr. Veronika Kneip: Erfolgsfaktor Verhandeln – Die Corona-Pandemie als Gelegenheitsstruktur für (Neu-)Gestaltung der Verhandlungskultur in Paarbeziehungen.
Sarah Sorge: 25 Jahre Genderforschung. 25 Jahre Förderkonzept des HMWK.

14:30 Pause

15:00 Panel 8: Gender, Care und Gesundheit
Panelleitung: Prof. Dr. Daphne Hahn (University of Applied Sciences Fulda).
Moderation: Dr. Margit Göttert (gFFZ, Frankfurt University of Applied Sciences).

Das Panel verbindet die Themengebiete Care, Gesundheits- und Pflegeforschung und geht, nach einer Einführung in Anliegen der Care Forschung, der Frage nach, warum das Thema „Care“, das vor allem durch die Frauen- und Geschlechterforschung vorangetrieben wird, teilweise noch wenig Widerhall in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften findet. Dazu diskutieren wir aktuelle Fragestellungen der Gesundheits- und Pflegeforschung im Bereich Gender und erarbeiten fachübergreifend gemeinsame Fragestellungen. Im ersten Teil werden aktuelle Forschungsprojekte aus den genannten Bereichen vorgestellt, im zweiten Teil steht die gemeinsame, transdisziplinäre Diskussion im Mittelpunkt.

Vorträge im Rahmen des Panels:
Prof. Dr. i.R. Margrit Brückner (Frankfurt University of Applied Sciences): Careforschung – ein Überblick.
Andrea Leipold (University of Applied Sciences, Fulda): Sorgearbeit im Ehrenamt – Fürsorge und Selbstbestimmtheit in einer freiwilligen Sorgetätigkeit am Beispiel von ehrenamtlichen Betreuerinnen von Menschen mit Demenz.
Christina Gold, Viola Kaets und Prof. Dr. phil. Ulrike Schulze (HessIP, Frankfurt University of Applied Sciences): Zwischen ‚Mädchen für Alles‘ und professioneller Expertin. Projekt TransCareKult am HessIP – Hessischen Institut für Pflegeforschung (Projektleitung Prof. Dr. phil. Ulrike Schulze, Geschäftsführerin des HessIP).

Panel 9: Gender und Ernährung
Panelleitung: Prof. Dr. Jana Rückert-John, Carla Wember (University of Applied Sciences, Fulda), Prof. Dr. Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences).
Moderation: Prof. Dr. Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences).

Gender Studies zur Ernährung sitzen ‚zwischen den Stühlen‘. Die bislang vorliegenden Beiträge sind sozialwissenschaftlich konzeptionalisiert. Gleichwohl gibt es aus einer eher naturwissenschaftlich-biologischen Tradition heraus Versuche, Genderdimensionen der Ernährung zu erfassen, die stark differenztheoretisch bestimmt sind. Anliegen des Panels ist, diese ‚Doppelgebundenheit‘ als Herausforderung in den Blick zu nehmen und Zukunftsperspektiven der ernährungswissenschaftlicher Gender Studies zu diskutieren. Hierzu werden aktuelle Forschungen an Hessischen HAW’s vorgestellt und eine Diskussionsrunde mit Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen durchgeführt.

Vorträge im Rahmen des Panels:
Prof. Dr. Jana Rückert John (University of Applied Sciences, Fulda), Prof. Dr. Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences): Ernährungswissenschaftliche Genderforschung zwischen Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften.
Carla Wember (University of Applied Sciences, Fulda): Heteronormativität in (alternativen) Agrarpraktiken.
Dr. Eva Tolasch (Friedrich-Schiller-Universität, Jena): „Gehört mein Körper mir?“ Geschlechterkritische Annäherung an Stillnormen unter dem Aspekt weiblicher Autonomie.
Judith Pape (Frankfurt University of Applied Sciences): Dicke Mütter – dicke Väter.

Im Anschluss an die Vorträge findet eine Podiumsrunde zu Zukunftsaufgaben der Genderforschung in den Ernährungswissenschaften statt. Auf dem Podium sitzen:
Prof. Dr. Anja Kroke (University of Applied Sciences, Fulda), Dr. Catherina Jansen (Zentrum für Ernährung, Lebensmittel und nachhaltige Versorgungssysteme an der University of Applied Sciences, Fulda), Dr.  Martin Winter (Technische Universität, Darmstadt) und Prof. Dr. Barbara Thiessen (Hochschule Landshut).
Moderation:  Prof. Dr. Jana Rückert-John (University of Applied Sciences, Fulda) und Prof. Dr. Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences).

Panel 10: Gender und soziale Arbeit
Panelleitung und Moderation: Prof. Dr. Elke Schimpf (Evangelische Hochschule Darmstadt) und Prof. Dr. Yvonne Haffner (Hochschule Darmstadt).

Das Panel wirft aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven die Frage auf, welche Rolle Gender in der Sozialen Arbeit spielt. Anhand von vier Vorträgen blicken wir zunächst auf eine langjährige Forschungspraxis und deren thematische Vielfalt zurück. Im Anschluss wollen wir über künftige Forschungsthemen und Forschungsdesiderate diskutieren. Dabei nehmen wir auch Bezug auf den Forschungsschwerpunkt des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, in dem die Soziale Arbeit immer rege vertreten war und ist.

Vorträge im Rahmen des Panels:
Prof. Dr. Susanne Gerner (Evangelische Hochschule Darmstadt): Gender und Disability im lokalen Mainstreaming: vom Stopp and Go im Kreuzungsbereich partizipationsorientierter Genderforschung und gleichstellungspolitischer Praxis.
Prof. Dr. Michaela Köttig (Frankfurt University of Applied Sciences): Rechte Frauen?! Genderperspektiven in der Forschung zu Rechtsextremismus und Radikalisierungsverläufen.
Dr. Lena Loge (Hochschule Darmstadt): Vielfältige Weiblichkeiten. Milieu und Studienfachwahl.
Prof. Dr. Susanne Spindler (University of Applied Sciences, Düsseldorf): Soziale Arbeit und junge Männer mit Flucht- und Migrationserfahrung. Von manchmal schwierigen Verhältnissen.


17:45 Berichte aus den Panels

18:30 Imbiss und Getränk

17:30 Pause

19:15 Feier zum 20-jährigen Jubiläum des gFFZ

22:30 Ende